ARGUS und Wyvern sind die beiden dominierenden unabhängigen Sicherheitsauditoren in der Geschäftsluftfahrt. Beide gehen tiefer als die Aufsichtsbehörde: Sie analysieren die Unfall- und Ordnungswidrigkeitenhistorie eines Betreibers, die Erfahrung und Schulungsnachweise der Crew, das Wartungsprogramm und die Sicherheitskultur und vergeben dann eine öffentliche Bewertung. Die ARGUS-Bewertungen reichen von Gold über Gold+ bis Platinum; Wyvern bietet Registered, Wingman und Wingman PRO. Die höchste Stufe jeder Skala erfordert ein wiederkehrendes Vor-Ort-Audit, nicht nur eine Aktenprüfung.

Die Mechanik ist wichtig, um das Siegel richtig zu deuten. ARGUS Gold ist im Wesentlichen eine Hintergrundprüfung des Zertifikats, der Vorfallhistorie und der Luftfahrzeugunterlagen; Gold+ ergänzt ein bestandenes Vor-Ort-Audit; Platinum erfordert ein aktuelles Vor-Ort-Audit sowie ein funktionierendes Sicherheitsmanagementsystem und einen Notfallplan. Die Stufenleiter von Wyvern funktioniert ähnlich, wobei Wingman PRO eine kontinuierliche Überwachung obendrauf legt. Die Auditoren überprüfen zudem Details, die Kunden selten selbst kontrollieren können — dass Kapitäne Stundenschwellen erfüllen (oft mehr als 3.000 Gesamtflugstunden) und dass bestimmte Luftfahrzeuge ordnungsgemäß im Zertifikat des Betreibers aufgeführt sind.

Für einen Charterkunden ist die Bewertung ein Filter und ein Entscheidungskriterium bei Gleichstand. Ein Zertifikat — Part 135 in den USA, ein AOC anderswo — macht einen Betreiber legal; eine starke ARGUS- oder Wyvern-Bewertung zeigt, dass er über das Minimum hinaus investiert. Viele Flugabteilungen von Unternehmen setzen Mitarbeiter nur bei Platinum- oder Wingman-Betreibern ein, was Ihnen zeigt, wo das konservative Ende des Marktes seine Grenze zieht. Wenn zwei Optionen für dieselbe Reise preislich nah beieinanderliegen, ist die Audit-Stufe des Betreibers eine sinnvolle Möglichkeit, die Entscheidung zu treffen. Die Überprüfung ist kostenlos: Beide Firmen lassen Sie den aktuellen Status eines Betreibers bestätigen, und jeder Betreiber, der auf seine Bewertung stolz ist, schickt das Zertifikat unaufgefordert.

Das gängige Missverständnis ist, dass ein nicht bewerteter Betreiber unsicher sei. Audits kosten echtes Geld — mehrere Tausend Dollar pro Jahr zuzüglich Personalaufwand — und viele kleine, gut geführte Betreiber mit sauberer Historie verzichten schlicht darauf. Eine fehlende Bewertung ist ein Anlass, mehr Fragen zu stellen, kein Urteil. Auch der umgekehrte Fehler zählt: Eine Bewertung gilt für den Betreiber als Unternehmen, nicht für Ihren konkreten Flug, und sie läuft ab — eine „Platinum“-Angabe aus einem drei Jahre alten Audit ist Marketing, kein aktueller Nachweis. Prüfen Sie das Datum, stellen Sie sicher, dass der juristische Name mit Ihrem Vertrag übereinstimmt, und Sie haben den größten Teil des Werts herausgeholt, den die Bewertungen bieten.

Da jedes Luftfahrzeug im Yond-Katalog mit den direkten Kontakten seines Betreibers kommt, ist die Anfrage nach einem aktuellen ARGUS- oder Wyvern-Zertifikat eine einzige Nachricht.

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